Da saß sie. Ängstlich, mit angezogenen Beinen, acht an der Zahl, behaart zudem. Offensichtlich war der Regen Schuld, dass sie sich in die Ritze zwischen Autotür und Auto gezwängt hatte. Von mir aus hätte sie da gerne noch länger sitzen können, diese halb-Handtellergroße Spinne. Nur eben nicht in dem Moment, in dem ich mit dem Auto fahren muss.
Ich habe gepustet. Sie hat sich noch kleiner gemacht.
Ich habe sie mit einem Papier angestoßen. Sie hat ihre Beine ausgefahren, ich habe vor Schreck meinen Papierschnipsel fallen gelassen.
Ich habe sie mit meinem Sonnenbrillenbügel angekickt. Und was macht sie?? Statt wegzulaufen oder sich wenigstens einfach auf den Boden fallen zu lassen, verkriecht sie sich noch weiter in die Ritze zwischen Autotür und Auto, da, wo viele Angeln das Verstecken leicht machen.
Also musste ich sie mitnehmen. Ich konnte ja schlecht weitere zehn Minuten auf der Straße stehen und mit länglichen Gegenständen an meinem Auto herumwinken. Den linken Fuß, der am nächsten zur Tür ist, habe ich ganz weit nach rechts geschoben.
Und dann kam mir die Frage: Was, wenn sie jetzt ins Wageninnere gekrabbelt käme und mich erklömme. Das fand ich in dem Moment gar nicht so unwahrscheinlich, schließlich regnete es nicht mehr nur, für die Spinne kam jetzt auch noch der Fahrtwind in der Ritze dazu… Und was, wenn ich dann, im Angesicht der Achtbeinerin, einen Unfall baute? Wäre ich da versichert? Ich meine, bin ich mit meiner Pkw-Haftpflichtversicherung auch gegen Spinnen versichert, die sich ungefragt während der Fahrt auf mich setzen?
- Arachnophob-klärende Antwort willkommen…