Der schnelle Weg ein rechtsradikaler Scientologe mit Kontakten zur russischen Sex-Mafia zu werden…
Freitag, 18. Januar 2008 von Ariane
Seit dem 1.1. werden sie also gespeichert, meine (Internet-)Daten. Sechs Monate auf Vorrat, nur für den Fall, mir fiele plötzlich ein, dass ich doch lieber Terrorist sein möchte, als Otto-Normal-Bürger. Stichwort Vorratsdatenspeicherung - hier mal ein Eindruck, wie meine bevorrateten Daten zurzeit aussehen müssen:
1. Weil Scientology mal wieder in den Schlagzeilen herumgeisterte und ich bisher nur mit medial angeeignetem Halbwissen mitreden kann, dachte ich mir gestern: Na, dann schaue ich mir den Verein doch mal genauer an. Dazu besuchte ich logischerweise die Website der Sekte.
2. Weil ich demnächst für vier Tage die Sitzungen im Schweriner Landtag live verfolgen werde, dachte ich mir, ich bereite mich mal darauf vor. Ergo habe ich mich auf die Seiten der vertretenen Fraktionen geklickt - unter anderem auch die der NPD.
3. Weil ich mich schon länger mal intensiver mit dem Thema Recherche im Journalismus auseinander setzen wollte, habe ich mir das “Traingshandbuch Recherche” des “Netzwerk Recherche” (1. Auflage 2003) zu Gemüte geführt. Auf Seite 138 gibt es eine Internetlinksammlung. Unter anderem ist als “unverzichtbar für Rechercheure” die Virtual-Library-Adresse http://209.8.151.142/vlj.html angegeben. Was mache ich also? Klar, ich rufe mir die Seite auf. Ist aber leider keine virtuelle Bibliothek, sondern eine russische Pornoseite.
Na bravo: Mit den Augen des Vorratsdatenspeicher-Kriminal-Ermittlers bin ich jetzt also ein rechtradikaler Scientologe mit Kontakten zur russischen Sex-Mafia.
Ob mich das verdächtig macht???
[...] wird das Problem vielleicht, wenn man es sich an eigenen Datenspuren veranschaulicht. Bloggerin Ari macht es vor und kommt zu dem Schluss: »Na bravo: Mit den Augen des Vorratsdatenspeicher-Kriminal-Ermittlers [...]