Deutsch-deutsches Sprachgewirr
Donnerstag, 3. Januar 2008 von Ariane
Nicht genug, dass ich in Bayern mit preußischen Eltern leben musste und evangelisch getauft auf eine Münchner Klosterschule gegangen bin- jetzt fragten mich meine Münchner Freunde auch noch, wie ich es angesichts meines mangelnden Sprachschatzes geschafft hätte, in eben jener bayrischen Hauptstadt aufzuwachsen. Ich habe mir nämlich erlaubt in einem traditionellen Café am Viktualienmarkt zu fragen, was denn wohl ein Striezerl sei.
Jetzt weiß ich, was ein Striezerl ist. Aber ich dachte ja auch immer, ich wisse, was ein Krapfen ist. Seit ich in Neubrandenburg wohne, bin ich eines besseren belehrt. Wenn ich dort einen Krapfen bestelle, erhalte ich das, was ich unter einem Pfannkuchen verstehe. Um einen (bayrischen) Krapfen zu erhalten, muss ich einen Pfannkuchen bestellen. Aber unter einem Pfannkuchen verstehe ich das, was die Nordostdeutschen als Eierkuchen bezeichnen.
In nordostdeutschen Bäckereien bestelle ich jetzt nur noch mit: “Das da, bitte.”